Bürgerverein

Blickpunkt

Blickpunkt

Der erste Blickpunkt erschien im 3. Quartal 1975 und
danach 3 mal im Jahr

Er enthielt Mitteilungen und Veranstaltungstermine für Brand

Die Verteilung erfolgte ab Juni 2014 kostenlos mit "Noits op d'r Brand"

und ist nun ab Februar 2017 darin integriert, so dass die Informationen
alle zwei Monate erscheinen

Zusätzlich liegen weitere Exemplare im Bezirksamt, bei der
Aachener Bank, der Sparkasse Brand und bei den Mitgliedsgeschäften
der IG Handel, Handwerk und Gewerbe aus.



 

Dezember 2021

Mitgliederversammlung 2021

Mitgliederversammlung 2021

Nachdem unsere reguläre Mitgliederversammlung im Frühjahr 2020 wie auch 2021 abgesagt werden musste, konnten wir am 4. November 2021 im Pfarrzentrum von St. Donatus nach langer Zeit wieder zusammenkommen. Pandemiebedingt fand unsere außerordentliche Mitgliederversammlung in Stuhlreihen ohne Tische und ohne Bewirtung und gemäß der Empfehlung der Städteregion nach den 2G-Regeln statt, die selbstverständlich akzeptiert und eingehalten wurden.

100 Stühle waren fast ausnahmslos belegt, als unser Vorsitzender Wolfgang Müller die Anwesenden pünktlich um 19.30 Uhr begrüßen konnte. Das Gedenken an die verstorbenen Mitglieder war ungewöhnlich lang, aber wir wollten es keinesfalls versäumen, jeden Namen noch einmal auszusprechen.

Geschäftsführer Wolfgang Sanders, Schatzmeister Lorenz Hellmann und die Sprecher des Geschichtskreises (Hermann Schümmer), der Arbeitskreise „Natur und Umwelt“ (Dr. Andreas Lux) und „Os Heemetsproch“ (Doris Müller) ergänzten die Ausführungen des Vorsitzenden über die Aktivitäten des Bürgerverein Brand in den zurückliegenden Monaten, über die zum Teil separat berichtet wurde und wird. An dieser Stelle einige Schlaglichter: Obwohl die Pandemie so vieles zum Stillstand gebracht hatte können wir auf allerlei Erfreuliches zurückblicken. Unser Seniorentelefon und das Projekt „Brander Senioren Bleiben Mobil“ (BSBM) waren durchgängig für die Menschen im Einsatz; herzlichen Dank an alle, die das möglich gemacht haben. Der KAB Brand, vertreten durch den Vorsitzenden Heinz Rombach, danken wir für die Bereitstellung eines Büroraumes im KAB-Haus. Der Geschichtskreis hat sein neues Jahrbuch unter Corona-Bedingungen und mit wenig persönlichen Kontakten untereinander erstellen müssen; umso erfreulicher, dass wieder weit über 200 lesenswerte Seiten entstanden sind. Der Arbeitskreis „Natur und Umwelt“ war in seinen aushäusigen Aktivitäten weniger eingeschränkt. Besonders zu erwähnen ist die geradezu legendäre Ernte von zwei Tonnen Äpfeln, die überwiegend zu Saft verarbeitet wurden, der zugunsten des Kinder- und Jugendfonds sowie des Seniorenfonds zum Verkauf angeboten wird. Der Arbeitskreis „Os Heemetsproch“ würde sich über personellen Zuwachs und eine gewisse Verjüngung freuen, damit die vielen Ideen, die Doris Müller vorgetragen hat, mit Leben gefüllt werden können.

Die Sonderaktion für die Opfer des Hochwassers konnte mit der vollständigen Auszahlung von 136.000 € und einem eindrucksvollen Konzert in der Donatuskirche Anfang September abgeschlossen werden.

Es gab also auch in der Pandemie erfreuliche und sinnvolle Aktivitäten im Bürgerverein Brand; Veranstaltungen und Geselligkeiten aller Art mussten allerdings unterbleiben und fehlen uns allen sehr. Umso mehr freuen wir uns, dass in diesem Jahr wieder eine Buchvorstellung möglich war und wir im kommenden Jahr hoffentlich wieder viel Normalität erleben und unseren 50. Geburtstag mit einer Ausstellung und einem großen Bürgerfest auf dem Brander Marktplatz nachfeiern können.

Im Frühjahr 2022 steht die Neuwahl des geschäftsführenden Vorstandes an. Benedikt Dautzenberg (Schriftführer), Lorenz Hellmann (Schatzmeister), Wolfgang Sanders (Geschäftsführer) und Herbert Stettner (stellvertretender Geschäftsführer) stehen in ihren bisherigen Funktionen weiterhin zur Verfügung und damit erneut zur Wahl. Wolfgang Müller (Vorsitzender) und Rita Breuer (2. Vorsitzende) haben hingegen bereits 2019 angekündigt, nicht mehr zu kandidieren. Natürlich haben wir uns Gedanken über mögliche Nachfolger gemacht und sind fündig geworden. Karl Scheider ist bereit, den ersten Vorsitz zu übernehmen, Uwe Loeper den zweiten. Pandemiebedingt war allerdings eine vernünftige Einarbeitung der Nachfolger nicht möglich und wir möchten niemanden ins kalte Wasser springen lassen. Somit wurde im Vorstand folgender Vorschlag erarbeitet und im Rahmen der Mitgliederversammlung vorgestellt: Wolfgang Müller ist bereit, seine Tätigkeit um ein Jahr zu verlängern und stellt sich im Frühjahr 2022 ein weiteres Mal als Vorsitzender zur Wahl, Karl Scheider steht zu diesem Zeitpunkt als zweiter Vorsitzender zur Verfügung und hat ein Jahr Zeit, sich in alle Belange des Bürgerverein Brand einzuarbeiten. Im Frühjahr 2023 wird dann der gesamte geschäftsführende Vorstand zurücktreten und für den regulären Zeitraum von drei Jahren neu gewählt, dann mit Karl Scheider als Kandidat für den ersten und mit Uwe Loeper als Kandidat für den zweiten Vorsitz. Wir hoffen, damit für den Bürgerverein und alle Beteiligten eine gute Lösung gefunden zu haben und freuen uns, dass unser Vorschlag von allen anwesenden Mitgliedern positiv aufgenommen wurde.



Text: Rita Breuer

 

Foto: Ewald Kreus

Weihnachtsgrüße

Liebe Mitglieder im Bürgerverein Brand,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

bedauerlicherweise hat die Corona-Pandemie in den zurückliegenden Monaten einschränkende Auswirkungen auf unser privates und gesellschaftliches Leben und damit auch auf unsere Vereinstätigkeit gehabt. Die geplante dreitägige Veranstaltung auf dem Brander Marktplatz anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bürgerverein Brand e.V. und die geplante Ausstellung in der Aachener Bank zum gleichen Thema mussten wir schweren Herzens absagen. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen und wir hoffen, dass wir diese Veranstaltungen im Jahr 2022 nachholen können.

Im Juli 2021 hat eine nie da gewesene Hochwasserkatastrophe Teile von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen erschüttert. 182 Menschen haben ihr Leben verloren, ca. 800 Menschen wurden verletzt und eine Vielzahl von Menschen hat ihr Hab und Gut von einer zur anderen Minute verloren. Der Bürgerverein Brand hat spontan reagiert und mit Hilfe der Aachener Bank und der Sparkasse Aachen zwei Spendenkonten eingerichtet. Auch dank vieler unserer Mitglieder und Leser des Blickpunkts ist die unglaubliche Spendensumme von 136.000,- Euro zusammengekommen, die wir 1 zu 1 Betroffenen im Münsterländchen und in Stolberg überwiesen haben.

In der Hoffnung, dass die Impfdynamik wieder etwas an Fahrt aufnimmt und wir aus einer sich daraus ergebenden Sicherheit im Jahr 2022 mit Corona unverkrampfter zu leben lernen, danke ich allen Menschen in Brand und über die Brander Grenzen hinaus für ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

Im Namen des Bürgerverein Brand e.V. wünsche ich Ihnen eine schöne Adventszeit und schon jetzt ein besinnliches Weihnachtsfest. Für das Jahr 2022 vor allem Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Wolfgang Müller Vorsitzender

 

Weihnachten 2021
2020 wor e janz schlemm Johr,
weil et Corona un och de Flutkatastrophe jov.
Doröm solle ver Weihnachte a all die Lü denke,
un net mäh a völl Jeschenke.
Os freue, wenn ver met de janze Familisch Weihnachte fiere könne
un sech och noch menich Leckerei  jönne.
Zesame do noh Sankt Donatus spaziere,
öm de Jeburt van et Chreßkenk ze fiere
un bäne, datt ver em niekste Johr,
wier Weihnachte fiere könne wie et vör Corona wor.

Doris Müller

Buchvorstellung 2021

Vorstellung der 32. Ausgabe der „Heimatkundlichen Blätter“

Die Corona-Pandemie hat auch vor der Buchvorstellung im Jahr 2020 nicht halt gemacht. Hermann Schümmer und ich als Vorsitzender des Bürgerverein Brand e. V. haben uns im letzten Jahr am Brander Stier auf dem Marktplatz getroffen und standen den Vertretern der Presse für ein Foto zur Verfügung.

Im Jahr 2021 war eine Buchvorstellung mit Gästen lt. Corona Schutzverordnung des Landes NRW wieder möglich. Am 9. November 2021 hatte die Sparkasse Aachen mit dem Bürgerverein Brand e. V. zur Buchvorstellung der 32. Ausgabe der „Heimatkundlichen Blätter“ in die Räumlichkeiten der Geschäftsstelle an der Trierer Straße eingeladen.

Damit die Hygieneauflagen erfüllt werden, fand die Veranstaltung unter der Bedingung der 2-G-Regel statt, eine entsprechende Kontrolle hat am Eingang stattgefunden.

Viele Gäste sind der Einladung gefolgt und freuten sich Freunde und Bekannte zu treffen.

Das musikalische Rahmenprogramm wurde von Csaba Székely, Leiter der Big Band der Sparkasse Aachen, gestaltet.

Nach der Begrüßung vom Geschäftsstellenleiter Roland Schreiber, hat sich der Vorsitzende Wolfgang Müller im Namen des Bürgerverein Brand e. V. bei den Verantwortlichen der Sparkasse Aachen sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich für den Abend engagieren, herzlich bedankt.

Nach einer langen, schwierigen Zeit der Corona Pandemie und zuletzt der Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz, beide Katastrophen haben viel menschliches, aber auch finanzielles Leid verursacht, bin ich mir sicher, dass die 32. Ausgabe der „Heimatkundlichen Blätter“ etwas Freude und Abwechslung in unseren Alltag bringt.

Ein Buch mit über 200 Seiten, vielen Fotos und Bildern, teilweise in Farbe, mit Geschichte und Geschichten aus unserer Region, hält die Erinnerung für unsere Nachwelt fest.

Hermann Schümmer, Sprecher unseres Geschichtskreises, Michael Schmidt und Günter Kuckelmann, die redaktionell verantwortlich für dieses Buch sind, den Mitgliedern des Geschichtskreises und dem Arbeitskreis „Os Heemetsproch“ im Bürgerverein Brand wurde für ihre Arbeit gedankt.

In den Dank eingeschlossen wurden alle Autoren, größtenteils Mitglieder unseres Geschichtskreises, und Ewald Kreus, dem wir viele Bilder zu verdanken haben.

Der Vorsitzende informierte die anwesenden Gäste über den Inhalt einiger ausgewählter Artikel aus dem Buch. Anschließend hat Doris Müller ein Gedicht vorgetragen, selbstverständlich in Brander Platt.

Die Weiterführung der nun schon 32jährigen Tradition wäre sicher nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung einiger Sponsoren,

- den Mitgliedern des Bürgervereins
- der Bezirksvertretung Brand
- der Sparkasse Aachen
- der Aachener Bank
- dem Landschaftsverband Rheinland
Das Buch ist an den bekannten Verkaufsstellen zu erwerben und kostet 10,- Euro.

Wie in jedem Jahr hat der Leiter unseres Arbeitskreises Natur und Umwelt, Dr. Andreas Lux, seinen Verkaufsstand für den Apfelsaft, den „Grachter“, am Eingang der Sparkasse eröffnet.

2 Tonnen Äpfel sind in diesem Jahr mit Hilfe der THW-Jugend und freundlichen Helfern u. a. der gesamten Familie Lux, gepflückt worden. Daraus sind über 1.000 Liter feinster Apfelsaft gepresst worden. Vielen Dank an Andreas Lux und seine Mitstreiter.

Nachdem alle Anwesenden ihr Buch in Empfang genommen haben endete eine gelungene Veranstaltung in den Räumen der Sparkasse Aachen.

Wolfgang Müller

 

Grachter Ernte 2021

Reiche Ernte im Indetal

Der Regen hat im Indetal in diesem Jahr viel Unheil angerichtet, doch nach den viel zu trockenen Vorjahren waren die Bedingungen für die Streuobstwiesen im größten Aachener Naturschutzgebiet besonders gut. Der Arbeitskreis Umwelt und Natur des Bürgervereins konnte daher in diesem Jahr eine reiche Ernte im Brander Indetal einfahren. Der Leiter des Arbeitskreises, Dr. Andreas Lux hat zusammen mit seinem Team und mit Unterstützung der Jugendgruppe des Technischen Hilfswerkes an zwei Wochenenden im Oktober mehr als zwei Tonnen Äpfel von besonders guter Qualität gepflückt. Erstmals wurden die Äpfel auch vor Ort gegen eine Spende direkt an Vereinsmitglieder und interessierte Personen säckeweise abgegeben. „Es handelt sich um alte Apfelsorten, die naturbelassen im Naturschutzgebiet wachsen,“ betont Dr. Andreas Lux, der schon seit Jahren die Herstellung des köstlichen Bioapfelsaftes organisiert. Insgesamt konnten in diesem Herbst 1.205 Liter des „Grachters“ in jeweils 5 Liter fassende Kartons abgefüllt werden, die für einen Freundschaftspreis von jeweils 10,00 € abgegeben werden. Der Verkaufserlös fließt wie in jedem Jahr jeweils zur Hälfte in die beiden Hilfsfonds des Bürgervereins für Jugend und Senioren. In diesem Jahr wurde der Saft in Zusammenarbeit mit dem Verein BiNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) gepresst. Dieser verfügt der über eine mobile Obstpresse, bei der man jeden Arbeitsschritt betrachten kann. Daher soll die Pressung im kommenden Jahr öffentlich stattfinden, wenn es wieder eine gute Ernte gibt. Jetzt steht aber erstmal die Verkostung des Grachters vom Spitzenjahrgang 2021 an.

Text und Fotos: Wolfgang Sanders







 

Jugend des THW Foto Woöfgang Sanders

Oktober 2021

Spendenfonds für die Opfer der Hochwasserkatastrophe

Niemand hatte mit einer Hochwasserkatastrophe dieses schlimmen Ausmaßes in unserer Region gerechnet.
Trotzdem hat sie in diesem Juli viele Menschen in Nordrheinwestfalen und Rheinlandpfalz überrascht und zu erheblichen Schäden, ja sogar zu Todesfällen geführt.
Viele haben ihr Hab und Gut, ihr Obdach oder ihre Existenz verloren.
Unser Stadtbezirk Brand ist zum Glück von schweren Schäden weitestgehend verschont geblieben, da hier die Inde im Landschafts-/ und Naturschutzgebiet mit weinig Bebauung verläuft.
In den benachbarten Ortschaften war das leider anders.

Der Bürgerverein Brand e.V. hatte daher Ende Juli spontan einen Spendenaufruf initiiert, um unsere vom Hochwasser geschädigten Mitbürgerinnen und Mitbürger im Münsterländchen, also in unseren benachbarten Ortsteilen zu unterstützen. Am Tag der Bekanntgabe waren schon die ersten Spenden auf unseren Konten eingegangen.
Bis zum Ende der Aktion sind über 134.000,00 € gespendet und zwischenzeitlich unbürokratisch an die Flutopfer ausgezahlt worden.

Die größte Einzelspende belief sich auf 5.000,00 €, der kleinste auf 7,00 €. Aber schließlich zählt jeder Euro und so konnten die meisten Haushalte mit einem Betrag von jeweils 1.000,00 € unterstützt werden. Das ersetzt zwar nicht den entstandenen Schaden, ist aber ein wichtiges Zeichen der nachbarschaftlichen Solidarität in Zeiten, in denen durch die Corona-Pandemie ohnehin schon viel aus den Fugen geraten ist.

Bei der Auszahlung der Gelder konnten wir auf die Zusammenarbeit mit den Bezirksämtern Brand und Kornelimünster-Walheim bauen.
Unterstützung kam zudem vom Pfarrer Uwe Loeper und der Diakonie, da Brand und Stolberg eine gemeinsame evangelische Pfarrgemeinde bilden.
Dabei war es uns besonders wichtig, dass jeder gespendete Euro unmittelbar bei den Flutopfern ankommt.

Mit einem festlichen Konzert in der katholischen Pfarrkirche St. Donatus am 05.09.2021 wurde der Hilfsfonds abgeschlossen.
Im September werden die noch ausstehenden Spendenbescheinigungen ausgestellt.
Dann dürfen wir auf eine erfolgreiche Aktion zurückblicken, die gezeigt hat, wie wichtig der gesellschaftliche Zusammenhalt in schwierigen Zeiten ist.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die das mit ihren Spenden ermöglicht haben.

Wolfgang Sanders

 

Benefizkonzert zum Abschluß der Hilfsaktion

Hilfe durch Hoffnung

Der Schlussakkord zur Spendenaktion zugunsten der Hochwassergeschädigten wurde am ersten Sonntag im September mit einem Benefizkonzert in der katholischen Pfarrkirche St. Donatus gesetzt.
Martin Schmidt, Leiter der Musikschule Brand, hatte die Idee, die Aktion des Bürgervereins mit einer festlichen Veranstaltung abzurunden.
Den Auftakt machte der von ihm gegründete Feierabendchor mit zwei eingängigen Liedern.
Pfarrer Matthias Goldammer hatte die Pfarrkirche für diesen einmaligen Anlass unkompliziert zur Verfügung gestellt und konnte daher als Hausherr die geimpften, genesenen und getesteten Gäste begrüßen.
Auch der evangelische Pfarrer Uwe Loeper war dabei und betonte, wie wichtig ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen in Not sei.

Nach einer Schweigeminute in Andenken an die Opfer der Flutkatastrophe begleitete die aus Neuseeland stammende Deborah Rawlings mit dem Klavier zunächst Christine Rudolf bei ihrem virtuosen Geigenspiel.
Im weiteren Verlauf begleitete sie die stimmlich überzeugende Laura Lietzmann zu „Can you feel the love tonight“.
Diese wiederum verzichtete zunächst auf den verdienten Applaus, um den übergangslosen Einzug von Alex Janßen mit seiner fetzigen Saxophonimprovisation zu ermöglichen.
Es blieb nicht das einzige Blasinstrument, das die gute Akustik im Kirchengewölbe belegen sollte, denn Daniel Gronsfeld bezauberte mit seiner Trompete beim Stück „Misty“ das begeisterte Publikum mit einem glasklaren Klang. Dass gute Musik auch ohne Instrumente geht, bewiesen die Fünflinge mit ihren kurzweiligen A-Capella-Beiträgen. „In diesen Momenten lebt Solidarität vom Handeln,“ beschrieb Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns zwischen den musikalischen Beiträgen die spontane Reaktion des Bürgervereins auf die Hochwasserkatastrophe in unserer Region und bedankte sich bei den Akteuren für die schnelle und unbürokratische Hilfe. Emotional wurde es, als Wolfgang Müller als Vorsitzender des Bürgervereins an das Rednerpult trat, um über die durch das große Leid ausgelöste Hilfsaktion zu berichten und den Spendern für ihre Großzügigkeit zu danken. „Auch die Kosten des Konzertes wie z.B. für die Technik werden nicht von den Spendenkonten, sondern vom Geschäftskonto des Vereins bezahlt,“ stellte er noch einmal klar und dankte den Künstlern für den Auftritt ohne Gage.

Während Farsan Rahvari mit seiner Konzertgitarre mit leisen Klängen die Aufmerksamkeit des Publikums einfing, zog Organist Ralph Leinen auf der großen Orgel im Brander Dom alle Register, um sich den lange anhaltenden Beifall zu verdienen. Den musikalischen Schlusspunkt sollte der als singender Kommissar in der Pandemie bekannt gewordene Oliver Schmidt mit dem Lied von der immer wieder aufgehenden Sonne setzen. Aber ohne Zugabe durfte er nicht von der Bühne gehen und so einigte man sich frei nach Udo Jürgens darauf, noch niemals in New York oder auf Hawaii gewesen zu sein. Am Ende der gelungenen und musikalisch hochkarätigen Veranstaltung holte Martin Schmidt noch einmal alle Künstler auf das Altarpodest, um sich gemeinsam mit ihnen vom begeisterten Publikum zu verabschieden. Schließlich war er es, der das abwechslungsreiche Programm zusammengestellt und gekonnt moderiert hatte. Hoffentlich nicht das letzte Konzert auf Brand in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein.

Wolfgang Sanders

 

Foto: Ewald Kreus

Foto: Ewald Kreus

Denkmaltag am Haus Buschstr. 6

Denkmaltag –
Der Mennicken Hof in Freund

Beim Tag des Denkmals am 12.09.2021 wurde das Gebäude vorgestellt von der Familie Kreus / Mennicken. Unter der Überschrift: Bauernhof als Wohngebäude.

Der Hof liegt am Anfang der Buschstraße Nr. 4 und ist von außerordentlicher Bedeutung für die Entwicklung Brand / Freund, aber auch familiengeschichtlich von hohem Interesse.

Die Buschstraße ist eine der ältesten Straßen Brands. Sie wurde bereits in der ersten umfassenden Karte des Münsterländchens von 1646 genannt. Das lässt darauf schließen, dass dort auch eine Bebauung vorhanden war.
Ein alter Schlussstein über dem Eingangsportal hat folgende Initialen 1769 P.N. – E.M.

Das Portal befindet sich an einem Erweiterungsbau, wie man an der Bruchsteinwand sehen kann. Ursprünglich war das Haus ein Zwei-Fenster-Haus. Das Alter des Hauses dürfte also im Kern wesentlich älter sein.
Die Buchstaben deuten wohl auf Petrus Neyßen (Peter Nießen) und Ida Moll (Elisabeth) hin, die am 24.11.1754 geheiratet haben.

Alfons Brammertz, unser ehemaliger Leiter der Bezirksverwaltung, schreibt in seinem Artikel über Freund in unserem Jahrbuch: Brand – Heimatkundliche Blätter 2001, dass sich dort die älteste Wirtschaft Freunds befunden hat. Sie ist 1808 beurkundet, soll aber älter sein. An der Grenze zum Nachbargrundstück befand sich eine Kegelbahn, nur mit Hohlziegel überdacht und mit festgestampften Lehmboden versehen. In der Hauswiese standen die Stangen für den Vogelschuss der Freunder Schützen. Wasser konnte man aus einem Brunnen im Keller schöpfen, der heute noch vorhanden ist. Im Obergeschoss befand sich ein kleines Sälchen für Versammlungen. 1870 wird die Gaststätte geschlossen und in das von Jakob Giesen gegenüber neu erbaute Haus verlegt.

Insgesamt lassen sich acht Generationen als Besitzer feststellen (Nießen, Brammertz, Mennicken). Auch Gottfried Brammertz (geb. 1820, gest. 1890) war dort Wirt. Nebenher werden dann aber auch die Berufe Ackerer und Steinhauer vermerkt. Er ist übrigens ein Vorfahr von Alfons Brammertz. Er heiratete eine Wendelina Catharina Jack. Sie war eine Tochter von Matthias Jack, nach dem die Brander Straße benannt ist.
Matthias Jack war der erste Lehrer in Brand und über 50 Jahre tätig. Daneben war er lange Jahre Küster. Er legte eine Baumschule für die Veredelungstechnik an und verhalf so den Kleinbauern zu einer zusätzlichen Einnahmequelle. Desweiteren bemühte er sich um die Anpflanzung von Maulbeerbäumen für die aufkommende Seidenraupenzucht und von Kardendisteln für das Aufrauen von Tuchen, auch liebte er die Bienenzucht.
In dem von ihnen erbauten Haus Ecke Trierer Straße / Freunder Landstraße, wo sich heute das Hochhaus befindet, betrieb seine Frau eine Wirtschaft.

Anna, eine Tochter des Gottfried Brammertz, heiratete den aus Raeren stammenden Hubert Mennicken, den Urgroßvater von Aloisia Kreus, geborene Mennicken. Die Familie baute das Haus Buschstraße nach Beendigung der Landwirtschaft 1981 zu einer Wohnanlage um, unter möglichster Beibehaltung der alten Bausubstanz.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass wir froh sein können, dass es ein derartiges geschichtsträchtiges Gebäude noch in Brand gibt, in einer Zeit in der der Stadtteil durch eine Reihe großer mehrgeschossiger Gebäude immer städtischer wird.

Hermann Schümmer im Geschichtskreis Brand