Bürgerverein

Zeelink

Info Zeelink I 31.03.2019



ZEELINK I ist der Neubau einer rund 215 Kilometer langen Erdgasfernleitung von Lichtenbusch/Stadt Aachen bis Legden im Kreis Borken. Das Projekt wird in drei Abschnitten von den Bezirksregierungen Köln, Düsseldorf und Münster bearbeitet.
Diese Erdgasleitung sichert die notwendige Umstellung von L- auf H-Gas, da die Fördermenge von L-Gas bis 2030 um 90% sinken wird.
Die Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf haben am 17.01.2019 die Planfeststellungsbeschlüsse (Genehmigungen)
für ihre Zuständigkeitsbereiche an die ZEELINK GmbH & Co. KG zugestellt.
Der Planfeststellungsbeschluss für die 13 km auf Aachener Stadtgebiet wurde vom 29.01.bis 11.02.2019 in Aachen ausgelegt.
Damit liegen für 165 von insgesamt 215 Leitungskilometern der ZEELINK I die Planfeststellungsbeschlüsse vor.
Weitere Informationen im Internet: www.bezreg-koeln.nrw.de, Stichwort Zeelink.
Die Leitung soll bis 2021 in Betrieb gehen – die Arbeiten in Brand wurden inzwischen begonnen.

 

Geschafft: Keine Pipeline im Brander Indetal

Gaspipeline ZEELINK wird in Brand nun an der Autobahn BAB A44 entlanggebaut.

Hunderte Bürgerinnen und Bürger aus Brand und Umgebung protestierten im März 2017 im Pfarrzentrum gegen den von der Bezirksregierung Köln im Raumordnungsverfahren als Vorzugskorridor ausgewiesenen Bau der Pipeline des Investors OGE (Open Grid Europe, Essen) in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten von Brand für die neue Gaspipeline Zeelink I. Unter dem Dach des Bürgervereins Brand bildete sich vorher spontan bei der Mitgliederversammlung die Initiative: „Keine Pipeline im Brander Indetal“. Im Blickpunkt Juni/Juli 2017 wurde dazu ausführlich berichtet.

Erster Erfolg nach massivem Protest

Unterschriftensammlungen wurden organisiert, eine Online-Petition gestartet, die Bezirksvertretung Brand und das Bürgerforum der Stadt Aachen in die Thematik eingebunden. Die Medien unterstützen die Initiative gegen den geplanten Pipelinebau im Indetal ausführlich. Bei der Veranstaltung des Bürgervereins in der Gesamtschule Brand im Mai 2017 erklärte dann der Gesamtprojektleiter Franz-Josef Kissing von OGE überraschend, dass der Investor den Bau der Pipeline entlang der A44 bei der Bezirksregierung Köln beantragen würde. Damit folge man auch der Empfehlung der Stadt Aachen, die bereits im Vorfeld darauf hingewiesen hatte, dass dort, bei der sog. Aachen-Route, bereits Gasleitungen liegen und die Stromleitung ALEGrO von Amprion geplant sei, sodass sogar Synergieeffekte möglich seien. Außerdem würde dadurch der Eingriff in die Natur wesentlich geringer sein.

Wort gehalten – Antrag auf Planfeststellung von OGE

Tatsächlich hat OGE dann Wort gehalten und im August 2017 einen entsprechenden Antrag gestellt. Damit hatte unser Protest, die Trasse nicht durch Indetal, Rolleftal und den Brander Wald zu planen, den ersten wichtigen Erfolg erreicht. Plötzlich war auch die Bezirksregierung bereit, „Maßnahmen zur Konfliktminimierung“ zu prüfen. Dies zeigt auf, dass es sich lohnt, gemeinsam für etwas zu kämpfen. Erfreulich ist außerdem, dass sich alle Parteien – trotz aktuellem Landtagswahlkampf – für die Ziele unserer Initiative interfraktionell eingesetzt haben. Deshalb hier ein großer Dank an alle Engagierten aus Rat, Bezirksvertretung, Regionalrat und der Stadt Aachen.

Planfeststellungsbeschluss

Der Planfeststellungsbeschuss der Bezirksregierung Köln erfolgte am 09.01.2019. Allerdings wurde dem verständlichen Bestreben einiger Anwohner der Eckener Straße und dem Eilantrag der Brander Bezirksvertretung auf Untertunnelung dieses Bereichs nicht entsprochen. Die Bezirksregierung Köln teilte dazu mit, dass „alle an sie (gemeint ist die Gasleitungstrasse) zu stellenden, aktuellen rechtlichen und technischen Anforderungen“ erfüllt seien. Hier bleibt für die Betroffenen nur der Klageweg.

Keine Pipeline im Brander Indetal – Auftrag Bürgerverein erfüllt

In der Mitgliederversammlung 2017 erhielten wir den Auftrag der Mitglieder, eine Gaspipeline in den Schutzgebieten von Brand zu verhindern. Die Notwendigkeit des Baus der Pipeline wurde dabei anerkannt. Allerdings wollten wir erreichen, dass diese Trasse der sog. Aachen-Route an der BAB
A 44 vorbei folgen soll, damit nicht wiedergutzumachende Zerstörungen vermieden werden. Für dieses Ziel hat sich ein Arbeitsteam im Bürgerverein gebildet und engagiert gearbeitet. Aktuell können wir heute sagen: gemeinsam haben wir es geschafft! Die Brander Schutzgebiete mit Flora, Fauna, Wald und unsere Kinder und Enkel werden es uns danken!

Paul Goebbels – Leiter der Initiative
Marianne Krott - Sprecherin

Zeelink im Bürgerforum Nov 2018


Gibt es wirklich „Keine Pipeline im Brander Indetal“?

Der massive Protest der Brander Bevölkerung bei zwei Veranstaltungen im März und im Mai, unterstützt durch sehr erfolgreiche Unterschriftsaktionen und auch weiteren Naturfreunden, dürfte letztlich dazu geführt haben, dass der Vorhabenträger OGE (Open Grid Europe) nun tatsächlich Ende August den Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren für die Pipeline entlang der Autobahn A44 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht hat!
Vom Brander Bürgerverein und den Mitgliedern der Initiative „Keine Pipeline im Brander Indetal“ wurde diese Nachricht mit großer Freude aufgenommen! Es besteht nun die berechtigte Hoffnung, dass unsere Schutzgebiete verschont bleiben und dort keine Bagger und Bulldozer eine breite Schneise schlagen und damit den Biber und andere schützenswerte Tiere vertreiben oder Natur zerstören. Auch der AK Umwelt im Bürgerverein Brand, der sich mit Herzblut und ehrenamtlichen Engagement seit vielen Jahren insbesondere für die Pflege der Natur-, FFH- und Landschaftsschutzgebiete Indetal, Brander Wald und Rollefbachtal aktiv einsetzt, ist erst einmal erleichtert.
Seit unserem letzten Bericht über die Gaspipeline ZEELINK I hat sich in den letzten Monaten Einiges getan. Zum aktuellen Sachstand:

Versprechen eingelöst
Im Juli hat uns der Vorhabenträger OGE (Open Grid Europe) auf Nachfrage mitgeteilt, dass sich an den grundsätzlichen Aussagen in der gut besuchten Veranstaltung des Bürgervereins in der Gesamtschule Brand im Mai zum weiteren Genehmigungsverfahren und zu der geplanten Trassenführung – entlang der A44 – nichts geändert habe. Die Prüfung der Antragsunterlagen laufe bereits und dieser würden in Kürze eingereicht.
Um auch offizielle Informationen zu erhalten, hat der Bürgerverein Brand e.V. im August einen Einwohnerantrag nach der Gemeindeordnung NRW für das Bürgerforum – ein Ratsausschuss der Stadt Aachen – gestellt.
Und dann kam die gute Nachricht: OGE hat seine Zusage eingehalten und am 25.08.2017 den Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren für die Pipeline entlang der Autobahn A44 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht!
OGE ist damit dem einstimmigen politischen Beschluss des Rates der Stadt Aachen vom März 2017 und der Empfehlung des Regionalrates gefolgt. Und damit ist der Vorhabenträger tatsächlich nicht dem von der Bezirksregierung im Frühjahr vorgeschlagenen „Vorzugskorridor“ durch das Brander Indetal gefolgt. Darüber dürfen sich erst einmal alle Unterstützerinnen und Unterstützer der Initiative freuen. Allerdings besteht immer noch die Gefahr, dass die Gasleitung durch die Natur- und Landschaftsschutzgebiete in Brand gelegt werden könnte.

Planfeststellungsverfahren
Denn erst im Planfeststellungsverfahren wird im Detail geprüft, ob die Pipeline tatsächlich entlang der A44 gelegt werden kann ist. Allerdings hätte OGE nach unserer Einschätzung den Antrag für die aufwändigere – und wahrscheinlich auch wesentlich kostenintensivere – Trasse nicht gestellt, wenn sie nicht als durchführbar vorgeprüft worden wäre.
Erschwert wird das Vorhaben sicher noch dadurch, dass das Unternehmen Amprion zeitgleich die Verlegung eines Gleichstrom-Erdkabels entlang der A44 plant (Projekt ALEGrO). Dieses Planfeststellungsverfahren läuft bereits seit einigen Monaten.

Bezirksvertretung Brand – Offenlage in Aachen
Die Bezirksvertretung Brand ist inzwischen in ihrer öffentlichen Sitzung am 13.09.2017 über den Beginn des Planfeststellungsverfahrens für Zeelink I durch eine Mitteilung der Stadtverwaltung informiert worden.
Die sehr umfangreichen Planfeststellungsunterlagen (Pläne und Erläuterungen) liegen vom 18.09.2017 bis einschließlich 17.10.2017 im Raum 400 im Verwaltungsgebäude der Stadt Aachen, Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, Lagerhausstraße 20, 4. Etage, während der Dienststunden zur allgemeinen Einsichtnahme aus. Alle Personen, deren Belange durch das Vorhaben berührt werden, können sich in dieser Frist informieren und ggfs. Einwendungen erheben, die dann bis spätestens 02.11.2017 bei der Auslegestelle eingereicht sein müssen. Letztlich entscheidet dann die Planfeststellungsbehörde (Bezirksregierung Köln) über die Einwände und die endgültige Ausführung des Trassenverlaufs.
Über diesen Sachverhalt hat unsere Initiative bereits Anfang September aktuell auf der Homepage des Bürgervereins und bei unserer Online-Petition auf openPetition informiert. Auch die registrierten Unterstützer sind per Email über diese Termine informiert worden.

Info aktueller Trassenverlauf Bezirksamt Brand
Als einen besonderen Service für alle interessierten Brander ist nun im Bezirksamt in Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen ein Plan der aktuell geplanten Trasse entlang der A44 (ohne weitere Unterlagen) zur Information ausgehängt.
Parallel zu dem Verfahren finden bereits zwischen der Stadt Aachen und dem Vorhabenträger OGE Abstimmungen statt mit dem Ziel, dass die vom Planungsausschuss der Stadt Aachen und dem Rat beschlossene Parallelführung zur A44 realisiert werden kann.

Einladung zum Bürgerforum am 28. November im Rathaus Aachen
Aufgrund des Bürgerantrages des Bürgervereins Brand wird voraussichtlich im „Bürgerforum“ in der Ausschusssitzung am 28.11.2017 im Ratssaal des Rathauses in Aachen die Vorstellung und Darlegung des Verfahrens und des aktuellen Sachstandes erfolgen.
Die Sitzung ist öffentlich. Unsere Initiative wird beim Bürgerforum als Antragsteller angehört.

Alle Interessierten sind deshalb herzlich zu diesem Termin eingeladen.

Paul Goebbels – Leiter der Initiative
Marianne Krott – Sprecherin der Initiative