Bürgerverein

Heimatkundliche Blätter

28. Ausgabe der Heimatkundlichen Blätter


Am 16. 11. 2017 fanden sich etwa 250 Besucher nach Feierabend in der Geschäftsstelle der Sparkasse Brand ein und erwarteten freudig und gespannt die Vorstellung der 28. Ausgabe der Heimatkundlichen Blätter. Vom Team der Sparkasse mit Getränken freundlich empfangen, fühlte man sich sogleich wohl und kam trotz eifrigen Geplauders schlagartig zur Ruhe, als um 19 Uhr mit dem Lied „Vivo per lei“ erstmals an diesem Abend die Stimme von Rafaela Kloubert erklang.
Geschäftsstellenleiter Roland Schreiber begrüßte sodann die zahlreichen Gäste und freute sich über die gute Zusammenarbeit zwischen der Sparkasse und dem Bürgerverein und die zahlreichen Möglichkeiten, das Brander Vereinsleben sowie soziale und kulturelle Projekte zu unterstützen.

In seiner anschließenden Rede richtete der Vorsitzende des Bürgervereins Brand e.V. Wolfgang Müller seine Grußworte zunächst an einige Ehrengäste und dankte besonders der Sparkasse für den gastlichen Rahmen und die stete Unterstützung der Heimatkundlichen Blätter, die der Bürgerverein auch von Seiten der Aachener Bank erfährt.

Die 28. Ausgabe ‚des Buches‘, wie der eifrige Geschichtskreis sein jährliches Erzeugnis gerne nennt, enthält lesenswerte Beiträge zu einer Vielfalt heimatkundlicher Themen, angereichert durch Karten und Abbildungen. Die Chroniken der Bürgermeisterei Brand vor 100 Jahren, der Gemeinde Brand vor 50 Jahren sowie die Brander Chronik für den Zeitraum von Oktober 2016 bis September 2017 in Hochdeutsch und Platt dürfen auch in dieser Ausgabe nicht fehlen. Lesen Sie selbst!

Mit einer Enkelin des Lehrers Franz Wallraff, dem ein Beitrag gewidmet ist, sowie den Eheleuten Mennicken, deren Erbhof in Freund seit den 1930er Jahren im Buch eingehend beleuchtet wird, konnten an diesem Abend auch ‚Zeitzeugen‘ begrüßt werden und die Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart schlagen.

Mehrfach wurde Wolfgang Müller während seiner Rede unterbrochen, aber damit hatte er gerechnet. Rafaela Kloubert zeigte mit ihren weiteren musikalischen Beiträgen „Ich hätt‘ getanzt heut Nacht“ aus My Fair Lady, „Love of my Life“ von Queen und schließlich „Je veux“ von Zaz ihr breites sprachliches und musikalisches Repertoire.

Wenn Doris Müller ans Mikrofon tritt, erwartet man sicher etwas in Os Heemetsproch. An diesem Abend schilderte sie humorvoll in perfekt gereimtem Brander Platt die Eröffnung des Marktplatzes von den ersten Vorbereitungen über die vielfältigen Angebote und kleinen Pannen des Wochenendes bis zum Dankeschöngrillen für die Ehrenamtler. Begeisterter Applaus quittierte ihren tollen Vortrag.

Mit Dank an alle Beteiligten ging es sodann zum informellen Teil des Abends über, eingeleitet von einer musikalischen Zugabe, die passender nicht sein konnte: „So kann es sein, so soll es bleiben“. In der Tat blieben viele noch gerne Gast der Sparkasse Brand, die uns an diesem Abend in jeder Hinsicht verwöhnte und der Vorstellung der Heimatkundlichen Blätter wieder einmal einen wunderbaren Rahmen gab.

Rita Breuer

 

Aus dem Inhalt


Das Jahrbuch „Heimatkundliche Blätter 2017“
(28. Ausgabe, erschienen am 16.11.2017, 226 Seiten, 13 Beiträge)
befasst sich wieder traditionell mit Themen, die Ereignisse und Überlieferungen aus der Historie von Brand und des Münsterländchens aufzeigen. Aber auch Dokumentationen und Berichte aus der jüngeren Geschichte finden einen Anteil in diesem lesenswerten Buch. Immer legt die Redaktion Wert darauf, durch reichliche Bebilderung den teils umfangreicheren Textbeiträgen wichtige Unterstützung zu geben.

Zum Inhalt dieser Buchausgabe ein Überblick:

Beginnen wir mit dem ersten Artikel über die Klause in Kornelimünster: Der Titel des Buches zeigt sozusagen überleitend ein Aquarell aus 1834 dieser „verwunschenen“ Örtlichkeit im Wald. Der Autor Hermann Schümmer hat dieses Bild ausfindig gemacht und ist mit großer Akribie auf die Suche nach Quellen zu der ehemaligen Eremitage gegangen, um schließlich den heimatkundlich äußerst wertvollen Beitrag „Die Klause von Kornelimünster und ihre Eremiten“ zu schreiben.

Nicht weit muss man zeitlich zurückgehen, um die dann folgenden biografischen Skizzen
unter dem Titel „Franz Wallraff schuf die Grundlage zur Brander Heimatkunde“ von Günter Kuckelmann einzuordnen. Bei diesem Porträt wird mit Franz Wallraff ein verdienter Heimatkundler und Lehrer in Brand beschrieben, der in der Zeit von etwa 1930 bis zu seinem Tod 1980 ein eindrucksvolles Lebenswerk für die Nachwelt geschaffen hat. Im Anschluss an den Artikel ist separat auf zwei Seiten eine Darstellung von Texten in Brander Mundart von Wallraff wiedergegeben, die allerdings einen etwas „eigenartigen“ Dialekt aus den 1930er Jahren überträgt.

Zu Beginn des letzten Krieges um 1939/1940 beginnt das Porträt eines Bauerngutes, das in
dieser Zeit erbaut worden ist. Dank eines Familienbuches aus der Familie Mennicken, die bis vor
einigen Jahren den bäuerlichen Betrieb bewirtschaftete, stammen viele Informationen zur Geschichte des Hofes. Der Autor Hermann Schümmer hat sich mit den Unterlagen befasst, unter dem Beitrag den Titel „Landwirtschaft im Wandel der Zeit – Der Erbhof Mennicken“ gegeben.

Eine beachtliche Leistung steckt hinter den Recherchen zur historischen Landkarte des Münsterländchens von 1646. Diese für die damalige Zeit genaue und detailreiche kartographische Darstellung hat Franz-Josef Kall als Gastautor zur Grundlage genommen, um die in der Karte vermerkten Örtlichkeiten und besonderen Merkmale dieses Gebietes zu ergründen. Diesen ersten Teil aus der Dokumentation „Brand auf einer Karte der Reichsabtei Kornelimünster von 1646“ will die Buchredaktion des Umfanges wegen in 2018 mit dem Schlussteil beenden, und dann über Gewässer, Straßen und Wege, sowie sonstige Ortsbezeichnungen und Flurnamen berichten.

Auf fast 50 Seiten beschreibt der Autor Egbert Drese die Situation nach einem fernen Vulkanausbruch, der auch in Brand witterungsbedingt 1816/17 Missernten verursachte. Der Bericht über diese Zeit im Allgemeinen und in Brand beschreibt neben der nach Napoleon im Rheinland erfolgten Neuorientierung unter dem Titel „1816/1817: Zwei Krisenjahre – auch für Brand“ Anmerkungen zu Wirtschaft und Leben der Menschen vor 200 Jahren.

Solange noch Zeitzeugen berichten, sieht die Redaktion eine Aufgabe, kleine Berichte aus dem Erleben wie jetzt speziell des Zweiten Weltkriegs einzubringen. Der Zeitzeuge Herbert Schartmann vertieft in der Niederschrift seine Erinnerungen an Weihnachten 1943 in Brand.

Die Bürgermeister- und Gemeindechroniken von vor 100 bzw. 50 Jahren, nun aus 1917 und 1967, werden in jedem der bisher erschienenen 28 Jahrbücher angeboten, da damit Ereignisse in unterschiedlichen Zeiten den Lesern übermittelt werden können.

Mundartverse „Adiejeda Ellerhof än Könnigs“ von Doris Müller und ein Gesangsstück aus „Lieder unserer Heimat“ von Dionys Bartz (+) sind eingestreut. Die Rückschau auf eine Reihe von Ereignissen der Zeit von Oktober 2016 bis September 2017 wurde von Doris Müller und Michael Schmidt in Form einer Chronik in Mundart und Hochdeutsch bearbeitet

Günter Kuckelmann

Buchausgabe 2017 in der Sparkasse Brand

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


alle Bilder ©Ewald Kreus

Erwerb

Die Broschüre ist für 10,00 € beim Bezirksamt Brand,
in der Sparkasse Brand, bei der Aachener Bank Brand
und in der Buchhandlung Brand erhältlich

Restbestände


Heimatkundliche Blätter aus den Jahren

1992, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000,

2001, 2002, 2003, 2004, 2005. 2006, 2007, 2008,

2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2016 sind noch vorhanden.

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