Bürgerverein

Blickpunkt

Blickpunkt


Der erste Blickpunkt erschien im 3. Quartal 1975 und
danach 3 mal im Jahr

Er enthielt Mitteilungen und Veranstaltungstermine für Brand

Die Verteilung erfolgte ab Juni 2014 kostenlos mit "Noits op d'r Brand"

und ist nun ab Februar 2017 darin integriert, so dass die Informationen
alle zwei Monate erscheinen

Zusätzlich liegen weitere Exemplare im Bezirksamt, bei der
Aachener Bank, der Sparkasse Brand und bei den Mitgliedsgeschäften
der IG Handel, Handwerk und Gewerbe aus.



Dezember 2017

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Rückblickend auf das Jahr 2017 kann ich als Vorsitzender des Bürgerverein Brand e. V. von einem ereignisreichen Jahr sprechen.

Nach Bekanntwerden, dass die Firma OGE – Open Grid Europe – mit Genehmigung der Bezirksregierung Köln eine Gaspipeline durch unsere Schutzgebiete Rollefbachtal, Indetal und den Brander Wald legen will, hat der Bürgerverein auf seiner Mitgliederversammlung im März 2017 spontan die Initiative „Keine Pipeline im Brander Indetal“ gegründet. Leiter der Initiative sind Herr Paul Goebbels und Sprecherin Frau Marianne Krott. Die hervorragende Verbreitung in den sozialen Medien hat dankenswerter Weise Herr Professor Ziemons übernommen. Ich kann an dieser Stelle sagen, dass wir die Verantwortlichen von OGE zum Umdenken gebracht haben, und nach jetzigem Stand gehen wir davon aus, dass unsere Schutzgebiete verschont bleiben.

Sehr erfolgreich, aber auch sehr arbeitsintensiv in der Vorbereitung, war im Mai die Veranstaltung „Eröffnung Brander Marktplatz“. Auf Bitten von Politik und Verwaltung hatte ein zehnköpfiges Team unter Federführung des Bürgervereins Brand die Organisation übernommen.
An drei Tagen wurde ein buntes Bühnenprogramm geboten. Für das leibliche Wohl sorgten Brander Geschäftsleute, und die Brander Karnevalsgesellschaften stellten das Personal für die Bierwagen und sorgten mit Kaltgetränken für großen Umsatz bei familienfreundlichen Preisen.
Nicht nur Mitglieder unseres Geschichtskreises waren in einem Pavillon anwesend. Auch die Mitglieder unseres Projekts „Brander Senioren bleiben mobil“ waren mit einem Stand vertreten. Das Highlight an den drei Tagen war sicherlich das Riesenrad. Zum ersten Mal in der Geschichte des Marktplatzes war ein Riesenrad auf dem Platz in Brand und sorgte für Blicke Richtung Aachen oder Eifel, die sonst so nicht möglich sind.

Die Ausgabe der „Heimatkundlichen Blätter 2017“, veranstaltet in den Räumlichkeiten der Sparkasse Aachen, war im November wieder ein gesellschaftliches Ereignis in Brand. Einen gesonderten Artikel dazu finden Sie in dieser Ausgabe.

Mit der Proklamation des Kinderprinzenpaares Prinz Justin I. (Thome) Prinzessin Anna-Lena I. (Heeren) mit ihrem „Till“ Leon (Nowack) am Samstag dem 25. November 2017 unter Federführung Erste Große Brander KG wurde die „fünfte Jahreszeit“ in Brand eingeläutet. Im Festzelt im Gewerbepark Brand findet am Samstag den 6. Januar 2018 die Proklamation des Brander Bürgerprinzen Wil I. (Städing), berufen vom Komitee Brander Prinz, statt.

Allen Karnevalsjecken wünscht der Bürgerverein Brand e. V. eine tolle Session.


Im Namen des Bürgervereins Brand wünsche ich Ihnen eine schöne Adventszeit und schon jetzt ein besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und für das Jahr 2018, vor allem Gesundheit, viel Glück und Zufriedenheit.

Wolfgang Müller Vorsitzender

 

Aus der Sitzung des Beirates

Am 2. November 2017 trat der Vorstandsbeirat, in dem sich die Vertreter der Brander Ortsvereine und Organisationen mit dem Vorstand des Bürgervereins zweimal jährlich austauschen, zusammen. Wie immer war die Versammlung gut besucht und debattierte über wichtige Themen für den Stadtbezirk Brand.

So bestand Einigkeit darüber, dass das Bürgerfest im Mai zur Eröffnung des neu gestalteten Brander Marktplatzes ein ganz besonderes Flair ausstrahlte und von den Besuchern an allen drei Tagen hervorragenden angenommen worden ist. Den dabei über 200 ehrenamtlich Tätigen, ohne deren Mitarbeit eine Veranstaltung dieser Größe gar nicht durchführbar gewesen wäre, sprachen Vorstand und Beirat ihre Anerkennung und ihren Dank aus.

Velo City ist ein junges Unternehmen, das ein umfangreiches Pedelec-Verleih-system in Aachen aufbauen möchte. Hierbei kann man gegen ein Entgelt Fahrräder an einer Station ausleihen und an einer anderen wieder zurückgeben. Neben den bereits in der Innenstadt, auf dem TH-Gelände und dem Campus eingerichteten Ladestationen sollen bis zu 100 weitere insbesondere an den großen Verwaltungsstandorten folgen, fünf davon auch in Brand. Da die Kosten erheblich sind, werden Investoren gesucht. Der Bürgerverein steht dem Projekt sehr positiv gegenüber, kann aber zurzeit hier keine eigenständigen Initiativen entfalten.

Nach der Gründung der Bürgerinitiative „Keine Pipeline im Brander Indetal“ im März 2017 fanden ein Dialogmarkt im Pfarrzentrum mit geschätzt 600 interessierten Bürgern und in der Folge eine Infoveranstaltung in der Gesamtschule statt. Im Oktober hat nun das mit der Planung beauftragte Unternehmen OGE der Bezirksregierung nicht zuletzt durch das große Engagement der Bürgerinitiative die Trassenführung parallel zur A 44 empfohlen. Auch wenn die Entscheidung aus Köln noch aussteht ist das Ziel der Bürgerinitiative, das Indetal als Naturschutzgebiet unverändert zu bewahren, in greifbare Nähe gerückt. Der Vorstandsbeirat dankte dem Vorsitzenden der Initiative Paul Göbbels und seiner Sprecherin Marianne Krott für ihren außergewöhnlichen Einsatz in dieser Sache.

Weihnachtsmarkt: Am 24. November 2017 öffnet eine Eisbahn mit Gastronomie auf dem Marktplatz ihre Tore. Bis zum 7. Januar 2018 können dann jung und alt hier zahlreiche Runden auf dem Eis drehen. Zusätzlich veranstaltet die IG Brander Handel, Handwerk und Gewerbe ihren Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende (1. - 3.12.2017).

Auch die Arbeitskreise des Bürgervereins berichteten über ihre Arbeit:
Der Geschichtskreis präsentiert Ende November das neue 220 Seiten starke Jahrbuch „Heimatkundliche Blätter 2017“. Außerdem wird das Angebot der Unterstützung in Fragen der Familienkunde immer häufiger nachgefragt. Nunmehr kann auf ein digital vorliegendes Archiv von 14.000 Karteikarten zurückgegriffen werden.
Der Arbeitskreis Os Heemetsproch sucht Nachwuchs. Interessenten mögen sich bei Doris Müller melden.
Der Arbeitskreis Natur und Umwelt hat im Sommer die neuen Wanderkarten herausgebracht und im Herbst seine Arbeiten am alten Kirchweg nach Kornelimünster fertig gestellt.

Die intensive Zusammenarbeit zwischen den Vereinsvertretern und dem Vorstand auch außerhalb der Beiratssitzungen hat lange Tradition und soll auch in Zukunft Basis der Arbeit im Bürgerverein bleiben.

Heinz Rombach

Weihnachtspakete 2017

Auch in diesem Jahr bitten
die Inhaberin Elfrun Tögel, Friseursalon & Kosmetik, Wolferskaul 18b
und die
Inhaberin Frau Bohne-Hofmann, Reinigung Bohne-Hofmann, Trierer Str. 769
ihre Kunden, weihnachtliche Päckchen für Brander Senioren, die nicht auf der „Sonnenseite“ des Lebens stehen, zu spenden.
Die Abgabe der Päckchen ist in der Woche von Dienstag, den 12.12. bis Samstag 16.12.2017, zu den Geschäftszeiten möglich.
In Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Brand und der AWO Brand werden die Päckchen an Brander Senioren verteilt.
Auf diesem Wege ein großes Dankeschön an alle, die den Brander Senioren mit einem weihnachtlichen Päckchen eine große Freude bereiten.

 

28. Ausgabe der Heimatkundlichen Blätter


Am 16. 11. 2017 fanden sich etwa 250 Besucher nach Feierabend in der Geschäftsstelle der Sparkasse Brand ein und erwarteten freudig und gespannt die Vorstellung der 28. Ausgabe der Heimatkundlichen Blätter. Vom Team der Sparkasse mit Getränken freundlich empfangen, fühlte man sich sogleich wohl und kam trotz eifrigen Geplauders schlagartig zur Ruhe, als um 19 Uhr mit dem Lied „Vivo per lei“ erstmals an diesem Abend die Stimme von Rafaela Kloubert erklang.
Geschäftsstellenleiter Roland Schreiber begrüßte sodann die zahlreichen Gäste und freute sich über die gute Zusammenarbeit zwischen der Sparkasse und dem Bürgerverein und die zahlreichen Möglichkeiten, das Brander Vereinsleben sowie soziale und kulturelle Projekte zu unterstützen.

In seiner anschließenden Rede richtete der Vorsitzende des Bürgervereins Brand e.V. Wolfgang Müller seine Grußworte zunächst an einige Ehrengäste und dankte besonders der Sparkasse für den gastlichen Rahmen und die stete Unterstützung der Heimatkundlichen Blätter, die der Bürgerverein auch von Seiten der Aachener Bank erfährt.

Die 28. Ausgabe ‚des Buches‘, wie der eifrige Geschichtskreis sein jährliches Erzeugnis gerne nennt, enthält lesenswerte Beiträge zu einer Vielfalt heimatkundlicher Themen, angereichert durch Karten und Abbildungen. Die Chroniken der Bürgermeisterei Brand vor 100 Jahren, der Gemeinde Brand vor 50 Jahren sowie die Brander Chronik für den Zeitraum von Oktober 2016 bis September 2017 in Hochdeutsch und Platt dürfen auch in dieser Ausgabe nicht fehlen. Lesen Sie selbst!

Mit einer Enkelin des Lehrers Franz Wallraff, dem ein Beitrag gewidmet ist, sowie den Eheleuten Mennicken, deren Erbhof in Freund seit den 1930er Jahren im Buch eingehend beleuchtet wird, konnten an diesem Abend auch ‚Zeitzeugen‘ begrüßt werden und die Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart schlagen.

Mehrfach wurde Wolfgang Müller während seiner Rede unterbrochen, aber damit hatte er gerechnet. Rafaela Kloubert zeigte mit ihren weiteren musikalischen Beiträgen „Ich hätt‘ getanzt heut Nacht“ aus My Fair Lady, „Love of my Life“ von Queen und schließlich „Je veux“ von Zaz ihr breites sprachliches und musikalisches Repertoire.

Wenn Doris Müller ans Mikrofon tritt, erwartet man sicher etwas in Os Heemetsproch. An diesem Abend schilderte sie humorvoll in perfekt gereimtem Brander Platt die Eröffnung des Marktplatzes von den ersten Vorbereitungen über die vielfältigen Angebote und kleinen Pannen des Wochenendes bis zum Dankeschöngrillen für die Ehrenamtler. Begeisterter Applaus quittierte ihren tollen Vortrag.

Mit Dank an alle Beteiligten ging es sodann zum informellen Teil des Abends über, eingeleitet von einer musikalischen Zugabe, die passender nicht sein konnte: „So kann es sein, so soll es bleiben“. In der Tat blieben viele noch gerne Gast der Sparkasse Brand, die uns an diesem Abend in jeder Hinsicht verwöhnte und der Vorstellung der Heimatkundlichen Blätter wieder einmal einen wunderbaren Rahmen gab.

Rita Breuer

 

Aus dem Inhalt


Das Jahrbuch „Heimatkundliche Blätter 2017“
(28. Ausgabe, erschienen am 16.11.2017, 226 Seiten, 13 Beiträge)
befasst sich wieder traditionell mit Themen, die Ereignisse und Überlieferungen aus der Historie von Brand und des Münsterländchens aufzeigen. Aber auch Dokumentationen und Berichte aus der jüngeren Geschichte finden einen Anteil in diesem lesenswerten Buch. Immer legt die Redaktion Wert darauf, durch reichliche Bebilderung den teils umfangreicheren Textbeiträgen wichtige Unterstützung zu geben.

Zum Inhalt dieser Buchausgabe ein Überblick:

Beginnen wir mit dem ersten Artikel über die Klause in Kornelimünster: Der Titel des Buches zeigt sozusagen überleitend ein Aquarell aus 1834 dieser „verwunschenen“ Örtlichkeit im Wald. Der Autor Hermann Schümmer hat dieses Bild ausfindig gemacht und ist mit großer Akribie auf die Suche nach Quellen zu der ehemaligen Eremitage gegangen, um schließlich den heimatkundlich äußerst wertvollen Beitrag „Die Klause von Kornelimünster und ihre Eremiten“ zu schreiben.

Nicht weit muss man zeitlich zurückgehen, um die dann folgenden biografischen Skizzen
unter dem Titel „Franz Wallraff schuf die Grundlage zur Brander Heimatkunde“ von Günter Kuckelmann einzuordnen. Bei diesem Porträt wird mit Franz Wallraff ein verdienter Heimatkundler und Lehrer in Brand beschrieben, der in der Zeit von etwa 1930 bis zu seinem Tod 1980 ein eindrucksvolles Lebenswerk für die Nachwelt geschaffen hat. Im Anschluss an den Artikel ist separat auf zwei Seiten eine Darstellung von Texten in Brander Mundart von Wallraff wiedergegeben, die allerdings einen etwas „eigenartigen“ Dialekt aus den 1930er Jahren überträgt.

Zu Beginn des letzten Krieges um 1939/1940 beginnt das Porträt eines Bauerngutes, das in
dieser Zeit erbaut worden ist. Dank eines Familienbuches aus der Familie Mennicken, die bis vor
einigen Jahren den bäuerlichen Betrieb bewirtschaftete, stammen viele Informationen zur Geschichte des Hofes. Der Autor Hermann Schümmer hat sich mit den Unterlagen befasst, unter dem Beitrag den Titel „Landwirtschaft im Wandel der Zeit – Der Erbhof Mennicken“ gegeben.

Eine beachtliche Leistung steckt hinter den Recherchen zur historischen Landkarte des Münsterländchens von 1646. Diese für die damalige Zeit genaue und detailreiche kartographische Darstellung hat Franz-Josef Kall als Gastautor zur Grundlage genommen, um die in der Karte vermerkten Örtlichkeiten und besonderen Merkmale dieses Gebietes zu ergründen. Diesen ersten Teil aus der Dokumentation „Brand auf einer Karte der Reichsabtei Kornelimünster von 1646“ will die Buchredaktion des Umfanges wegen in 2018 mit dem Schlussteil beenden, und dann über Gewässer, Straßen und Wege, sowie sonstige Ortsbezeichnungen und Flurnamen berichten.

Auf fast 50 Seiten beschreibt der Autor Egbert Drese die Situation nach einem fernen Vulkanausbruch, der auch in Brand witterungsbedingt 1816/17 Missernten verursachte. Der Bericht über diese Zeit im Allgemeinen und in Brand beschreibt neben der nach Napoleon im Rheinland erfolgten Neuorientierung unter dem Titel „1816/1817: Zwei Krisenjahre – auch für Brand“ Anmerkungen zu Wirtschaft und Leben der Menschen vor 200 Jahren.

Solange noch Zeitzeugen berichten, sieht die Redaktion eine Aufgabe, kleine Berichte aus dem Erleben wie jetzt speziell des Zweiten Weltkriegs einzubringen. Der Zeitzeuge Herbert Schartmann vertieft in der Niederschrift seine Erinnerungen an Weihnachten 1943 in Brand.

Die Bürgermeister- und Gemeindechroniken von vor 100 bzw. 50 Jahren, nun aus 1917 und 1967, werden in jedem der bisher erschienenen 28 Jahrbücher angeboten, da damit Ereignisse in unterschiedlichen Zeiten den Lesern übermittelt werden können.

Mundartverse „Adiejeda Ellerhof än Könnigs“ von Doris Müller und ein Gesangsstück aus „Lieder unserer Heimat“ von Dionys Bartz (+) sind eingestreut. Die Rückschau auf eine Reihe von Ereignissen der Zeit von Oktober 2016 bis September 2017 wurde von Doris Müller und Michael Schmidt in Form einer Chronik in Mundart und Hochdeutsch bearbeitet

Günter Kuckelmann

Alter Kirchweg trifft Vennbahn


Eröffnung eines weiteren Wanderwegstücks in Brand

Seit vielen Jahren arbeitet der Arbeitskreis „Natur und Umwelt“ des Bürgervereins Brand daran, alte Wege und Pfade, die noch im städtischen Eigentum sind, wieder für die Öffentlichkeit begehbar zu machen. Ein hervorgehobenes Ziel ist die Wiederherstellung des Alten Kirchwegs zwischen Niederforstbach und Kornelimünster. Im Zusammenhang mit der Umgestaltung der ehemaligen Tuchfabrik Becker gewinnt dieser Weg schon bald an Bedeutung.

Bereits seit einigen Jahren ist ein kurzes, sehr schönes Stück ausgehend vom Rollefbach in Richtung Vennbahn für Wanderer oder Spaziergänger hergerichtet. Es stellt den Anschluss an eine zentral gelegen Parkgelegenheit im Rollefbachtal dar. Jetzt ist auch der Anschluss an die Vennbahn auf Höhe der ehemaligen Tuchfabrik geschafft. Bei seiner Arbeit achtet der Arbeitskreis darauf, die neuen Wege möglichst naturnah zu belassen. Da muss man auch schon mal einen alten Baumstumpf umrunden oder sich an Brennnesseln vorbeischleichen. In diesem Fall ist auf dem ersten Teilstück ein idyllischer, vom Bäumen überdachter Hohlweg entstanden, der durch ein Drehtor auf eine landwirtschaftlich genutzte Wiese geht (s. Foto). Mit Kühen muss auf diesem Weg also gerechnet werden. Das Anleinen von Hunden ist auf solchen Wegen Pflicht!

Der Weg entstand in Absprache mit dem Stadtbezirk, dem Umweltamt, dem Landwirt, den Niederforstbacher Schützen und einem Gutachter für den Schießbetrieb. Abschließbare Tore mit Warnschildern an beiden Enden des Wegstücks sorgen jetzt für die Sicherheit beim Schießen. Im Freischneiden und Setzen von Toren sind die Ehrenamtler des Bürgervereins inzwischen geübt. In diesem Fall mussten aber auch diverser Bauschutt und abgelegter Grünschnitt entsorgt werden. Die Geldmittel für die Beschaffung der Tore wurden von der Bezirksvertretung bereitgestellt.

Für den Arbeitskreis Natur und Umwelt

Dr. Andreas Lux

Zeelink

GESCHAFFT?
Gibt es wirklich „Keine Pipeline im Brander Indetal“?

Der massive Protest der Brander Bevölkerung bei zwei Veranstaltungen im März und im Mai, unterstützt durch sehr erfolgreiche Unterschriftsaktionen und auch weiteren Naturfreunden, dürfte letztlich dazu geführt haben, dass der Vorhabenträger OGE (Open Grid Europe) nun tatsächlich Ende August den Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren für die Pipeline entlang der Autobahn A44 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht hat!
Vom Brander Bürgerverein und den Mitgliedern der Initiative „Keine Pipeline im Brander Indetal“ wurde diese Nachricht mit großer Freude aufgenommen! Es besteht nun die berechtigte Hoffnung, dass unsere Schutzgebiete verschont bleiben und dort keine Bagger und Bulldozer eine breite Schneise schlagen und damit den Biber und andere schützenswerte Tiere vertreiben oder Natur zerstören. Auch der AK Umwelt im Bürgerverein Brand, der sich mit Herzblut und ehrenamtlichen Engagement seit vielen Jahren insbesondere für die Pflege der Natur-, FFH- und Landschaftsschutzgebiete Indetal, Brander Wald und Rollefbachtal aktiv einsetzt, ist erst einmal erleichtert.
Seit unserem letzten Bericht über die Gaspipeline ZEELINK I hat sich in den letzten Monaten Einiges getan. Zum aktuellen Sachstand:

Versprechen eingelöst
Im Juli hat uns der Vorhabenträger OGE (Open Grid Europe) auf Nachfrage mitgeteilt, dass sich an den grundsätzlichen Aussagen in der gut besuchten Veranstaltung des Bürgervereins in der Gesamtschule Brand im Mai zum weiteren Genehmigungsverfahren und zu der geplanten Trassenführung – entlang der A44 – nichts geändert habe. Die Prüfung der Antragsunterlagen laufe bereits und dieser würden in Kürze eingereicht.
Um auch offizielle Informationen zu erhalten, hat der Bürgerverein Brand e.V. im August einen Einwohnerantrag nach der Gemeindeordnung NRW für das Bürgerforum – ein Ratsausschuss der Stadt Aachen – gestellt.
Und dann kam die gute Nachricht: OGE hat seine Zusage eingehalten und am 25.08.2017 den Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren für die Pipeline entlang der Autobahn A44 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht!
OGE ist damit dem einstimmigen politischen Beschluss des Rates der Stadt Aachen vom März 2017 und der Empfehlung des Regionalrates gefolgt. Und damit ist der Vorhabenträger tatsächlich nicht dem von der Bezirksregierung im Frühjahr vorgeschlagenen „Vorzugskorridor“ durch das Brander Indetal gefolgt. Darüber dürfen sich erst einmal alle Unterstützerinnen und Unterstützer der Initiative freuen. Allerdings besteht immer noch die Gefahr, dass die Gasleitung durch die Natur- und Landschaftsschutzgebiete in Brand gelegt werden könnte.

Planfeststellungsverfahren
Denn erst im Planfeststellungsverfahren wird im Detail geprüft, ob die Pipeline tatsächlich entlang der A44 gelegt werden kann ist. Allerdings hätte OGE nach unserer Einschätzung den Antrag für die aufwändigere – und wahrscheinlich auch wesentlich kostenintensivere – Trasse nicht gestellt, wenn sie nicht als durchführbar vorgeprüft worden wäre.
Erschwert wird das Vorhaben sicher noch dadurch, dass das Unternehmen Amprion zeitgleich die Verlegung eines Gleichstrom-Erdkabels entlang der A44 plant (Projekt ALEGrO). Dieses Planfeststellungsverfahren läuft bereits seit einigen Monaten.

Bezirksvertretung Brand – Offenlage in Aachen
Die Bezirksvertretung Brand ist inzwischen in ihrer öffentlichen Sitzung am 13.09.2017 über den Beginn des Planfeststellungsverfahrens für Zeelink I durch eine Mitteilung der Stadtverwaltung informiert worden.
Die sehr umfangreichen Planfeststellungsunterlagen (Pläne und Erläuterungen) liegen vom 18.09.2017 bis einschließlich 17.10.2017 im Raum 400 im Verwaltungsgebäude der Stadt Aachen, Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, Lagerhausstraße 20, 4. Etage, während der Dienststunden zur allgemeinen Einsichtnahme aus. Alle Personen, deren Belange durch das Vorhaben berührt werden, können sich in dieser Frist informieren und ggfs. Einwendungen erheben, die dann bis spätestens 02.11.2017 bei der Auslegestelle eingereicht sein müssen. Letztlich entscheidet dann die Planfeststellungsbehörde (Bezirksregierung Köln) über die Einwände und die endgültige Ausführung des Trassenverlaufs.
Über diesen Sachverhalt hat unsere Initiative bereits Anfang September aktuell auf der Homepage des Bürgervereins und bei unserer Online-Petition auf openPetition informiert. Auch die registrierten Unterstützer sind per Email über diese Termine informiert worden.

Info aktueller Trassenverlauf Bezirksamt Brand
Als einen besonderen Service für alle interessierten Brander ist nun im Bezirksamt in Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen ein Plan der aktuell geplanten Trasse entlang der A44 (ohne weitere Unterlagen) zur Information ausgehängt.
Parallel zu dem Verfahren finden bereits zwischen der Stadt Aachen und dem Vorhabenträger OGE Abstimmungen statt mit dem Ziel, dass die vom Planungsausschuss der Stadt Aachen und dem Rat beschlossene Parallelführung zur A44 realisiert werden kann.

Einladung zum Bürgerforum am 28. November im Rathaus Aachen
Aufgrund des Bürgerantrages des Bürgervereins Brand wird voraussichtlich im „Bürgerforum“ in der Ausschusssitzung am 28.11.2017 im Ratssaal des Rathauses in Aachen die Vorstellung und Darlegung des Verfahrens und des aktuellen Sachstandes erfolgen.
Die Sitzung ist öffentlich. Unsere Initiative wird beim Bürgerforum als Antragsteller angehört.

Alle Interessierten sind deshalb herzlich zu diesem Termin eingeladen.

Paul Goebbels – Leiter der Initiative
Marianne Krott – Sprecherin der Initiative

Foto: Wolfgang Sanders

Der Vorsitzende des Bürgervereins Wolfgang Müller (rechts im Bild) ist gerne bereit,
gemeinsam mit Paul Goebbels, dem Leiter der Initiative "Keine Pipeline im Brander Indetal"
und der Sprecherin Marianne Krott, dem Vorhabenträger OGE frühzeitig beim Ausheben der Trasse zu helfen!



Allgemeine Info: Pressemitteilung der Stadt Aachen

Die Zeelink GmbH & Co. KG plant den Neubau einer rund 215 Kilometer langen Erdgasfernleitung von Lichtenbusch in der Stadt Aachen über St. Hubert im Kreis Viersen bis nach Legden im Kreis Borken. Das Projekt trägt den Namen „Zeelink“ und ist in drei Abschnitte unterteilt, die jeweils von den Bezirksregierungen Köln, Düsseldorf und Münster bearbeitet werden. Für den Abschnitt von der Station Lichtenbusch in der Stadt Aachen bis zur Station Hochneukirch in der Gemeinde Jüchen ist die Bezirksregierung Köln zuständig.
Interessierte können sich die aktuellen Pläne mit Zeichnungen und Erläuterungen in der Zeit vom 18. September bis 17. Oktober 2017 im Verwaltungsgebäude Marschiertor anschauen: Lagerhausstraße 20, 4. Etage, Zimmer 400. Das Büro ist geöffnet von Montag bis Donnerstag jeweils von 8 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr, mittwochs sogar bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr.

Wer sich von der Zeelink-Erdgasleitung betroffen fühlt, kann seine Bedenken oder Anregungen bis Donnerstag, 2. November, bei der Bezirksregierung Köln (Dezernat 25, Zeughausstraße 2-10 in Köln) oder bei der Stadt Aachen im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen (Lagerhausstraße 20 in Aachen) schriftlich einreichen. Einwände per E-Mail sind nur dann zulässig, wenn die Einwender mit einer qualifizierten elektronischen Signatur arbeiten.

Die komplette öffentliche Bekanntmachung finden Interessierte hier: www.aachen.de/bekanntmachungen (Stichwort: Planfeststellungsverfahren für den Neubau einer Erdgasfernleitung, 07.09.2017)